Casuum S. Galli continuatio 0002

Aus Repertorium Saracenorum
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Casuum S. Galli continuatio 0002
aus dem Werk Casuum S. Galli continuatio
Zitation Ekkehard IV., Casuum S. Galli Continuatio I,15, ed. von Arx 1892, S. 137f.
datiert auf um 966-968/969
VerfasserIn Ekkehard IV. von St. Gallen
Abfassungsort St. Gallen


Inhaltsangabe

Der Dekan Walto von St. Gallen überfällt [um 966-968/969] zusammen mit weiteren Mönchen ein Lager der Sarazenen, die sich in den Alpen niedergelassen haben und seither das Kloster bedrohen. Erfolgreich werden viele von ihnen in die Flucht geschlagen, gefangengenommen oder getötet.

Volltext

Nam Saracenos, quorum natura est in montibus multum valere, cum e parte australi nos et nostros adeo infestarent suis temporibus, ut Alpes [​Alpen​] nostras et montes optinentes, etiam fratribus crucem circa urbem sequentibus tela proximo iacerent multumque abbatis manu […] ipse quadam nocte cum familiae audacioribus sibi, ubi laterent, proditos, invasit dormientes nactos; lanceis et falcibus, securibus quoque quibusdam trucidatis quibusdam quoque captis, caeteros fuga lapsos lapsos insequi inane duxit, cum capris fugatiores montes percurrerint. Quos autem coeperat, vinctos in monasterium ante se egerat. Qui tamen ipsi manducare nec bibere volentes, omnes perierant. Haec de tragoedia eius temporis et de Waltonis [​Dekan Walto von St. Gallen​] magnitudine tetigisse sufficiat; nam si miseriam omnem quam nostrates a Saracenis sunt passi, percurrerem, volumen efficerem.

Übersetzung

Die Sarazenen, deren Wesen es entspricht, in den Bergen ihre Stärke auszuspielen, bedrängten zu seinen Zeiten uns und die Unsrigen von Süden her so sehr, daß sie unsere Alpweiden und Berge [​Alpen​] besetzten und auf die Brüder während der Kreuzprozessionen um die Stadt sogar aus nächster Nähe ihre Geschosse schleuderten; […] da überfiel sie Walto [​Dekan Walto von St. Gallen​] in eigener Person eines Nachts mit den Kühneren aus dem Gesinde, nachdem man ihm den Schlupfwinkel der Sarazenen verraten hatte, und traf sie schlafend; mit Lanzen und Sensen, mit Äxten auch wurden etliche niedergemetzelt, etliche auch gefangen; die übrigen entkamen durch die Flucht: sie zu verfolgen hielt Walto für unnütz, da sie behender als Gemsen über die Berge dahinliefen. Die er aber gefangengenommen, ließ er gefesselt vor sich her zum Kloster treiben. Da sie jedoch weder essen noch trinken wollten, kamen sie alle um. Dieser Hinweis auf das Jammerspiel jener Zeit und auf die Größe des Walto möge genügen. Denn wollte ich alles Elend, das die Unsrigen von den Sarazenen erleiden mußten, der Reihe nach anführen, ich würde ein Buch zusammenbringen.

Hinweise zur Übersetzung

Ekkehard IV. von St. Gallen, St. Galler Klostergeschichten 126, bearb. von Hans F. Haefele (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 10), Darmstadt 2002, S. 245.

Anmerkungen

Die Lebensdaten des Dekans Walto von St. Gallen sind nicht bekannt. Die zeitliche Einordnung ergibt sich daher aus seinen Amtsnachfolgern Burchard I. [um 969-971] und Ekkehard I. [971-973], da das Amt des Dekans in St. Gallen zu dieser Zeit alle ein bis zwei Jahre neu besetzt wurde, vgl. Ekkehard IV., Casuum S. Galli Continuatio I, 15, ed. von Arx 1892, S. 117.

Weitere Quellenstellen

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Zitierhinweis

Casuum S. Galli continuatio 0002, in: Repertorium Saracenorum, hg. von Matthias Becher und Katharina Gahbler, unter Mitarbeit von Ben Bigalke, Jonathan Blumtritt, Lukas Müller, Patrick Sahle et al., URL: https://saraceni.uni-koeln.de/wiki/Casuum_S._Galli_continuatio_0002 (zuletzt abgerufen am 17.04.2024).