Chronica Muzarabica 0026

Aus Repertorium Saracenorum
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Chronica Muzarabica 0026
aus dem Werk Chronica Muzarabica
Zitation Chronica Muzarabica 45, ed. Gil 1973, S. 32f.
zeitliche (Quellen-)Angabe Ära 749
datiert auf 712
VerfasserIn VerfasserIn unbekannt
Abfassungsort Toledo


Inhaltsangabe

In der Ära 749 [im Jahr 712] invadiert Musa ibn Nusair über die Straße von Gibraltar die iberische Halbinsel. Auf seinem Weg nach Toledo zwingt er den angrenzenden Regionen einen zweifelhaften Frieden auf. Er enthauptet die verbliebenen Großen, die er mithilfe von Oppa, König Egizas Sohn, gefangen nimmt. Er verwüstet ganz Spanien bis hin zur Stadt Zaragoza, brennt Städte nieder und tötet die Großen wie die Jugend. Manche Städte erflehen Frieden, der ihnen von den Sarazenen gewährt wird. So errichten die Sarazenen ihre Herrschaft in Spanien, insbesondere in Cordoba.

Volltext

Huius [​Justinian II.​] temporibus in era DCCXLVIIII, anno imperii eius quarto, Arabum LXLII, Ulit [​Kalif al-Walid ibn Abdalmalik​] quinto, dum <per> supra nominatos missos Spania [​Spanien​] uastaretur et nimium non solum hostili, uerum etiam intestino furore confligeretur, Muze [​Musa ibn Nusair​] et ipse ut miserrimam adiens per Gaditanum [​Cadiz​] fretum columnas Herculis [​Gibraltar​] pertendentes, et quasi tomi indicio porti aditum demonstrantes uel clabes in manu transitum Spanie presagantes uel reserantes, iam olim male direptam et omnino impie adgressam perditans penetrat, atque Toleto [​Toledo​] urbem regiam usque inrumpendo, adiacentes regiones pace fraudifica male diuerberans nonnullos seniores nobiles uiros, qui utqumque remanserant, per Oppam [​Oppa​] filium Egiche regis [​Egica​] a Toleto fugam arripientem gladio patibuli iugulat et per eius occasionem cunctos ense detruncat. Sicque non solum ulteriorem Spaniam, sed etiam et citeriorem usque ultra Cesaragustam [​Saragossa​] antiquissimam ac florentissimam ciuitatem dudum iam iudicio Dei patenter apertam gladio, fame et captiuitate depopulat, ciuitates decoras igne concremando precipitat, seniores et potentes seculi cruci adiudicat, iubenes atque lactantes pugionibus trucidat. Sicque dum tali terrore cunctos stimulat, pacem nonnulle ciuitates que residue erant iam coacte proclamitant; adque suadendo et inridendo astu quoddam [...] Nec mora petita condonant, sed ubi inpe[t]rata territi metu recalcitrant, ad montana temti iterum effugientes fame et diuersa morte periclitant. Adque in eandem infelicem Spaniam Cordoba [​Cordoba​] in sede dudum Patricia, que semper extitit pre ceteras adiacentes ciuitates opulentissima et regno Uuisegothorum primitibas inferebat delicias, regnum efferum conlocant.

Anmerkungen

Musa ibn Nusair, zunächst Gouverneur von Ifriqjia, dann Statthalter von Al-Andalus (640-715), traf im Jahre 712 in Spanien ein und nahm Sevilla und Merida ein (die beiden einzigen Städte, die Widerstand leisteten). Trotz (oder wegen) seines Erfolges ließ Kalif Al-Walid I. Musa von seinem Kommando abberufen, vgl. Stephan Ronart – Nandy Ronart, Art. Musa b. Nusair, in: Lexikon der Arabischen Welt (1972), S.781.
Egica (gest. 702) war ein westgotischer König, dessen Herrschaft durch fortwährende Rebellionen gefährdet war. Um sich dennoch an der Macht zu halten, verfolgte er eine adelsfeindliche Politik, vgl. Dietrich Claude, Art. Egica, in: Lexikon des Mittelalters 3, Sp. 1608f. [Brepolis Medieval Encyclopedias - Lexikon des Mittelalters Online, 2018-01-24].
Oppa lässt sich schwer eindeutig identifizieren, die Quellen, die ihn erwähnen, sind nicht einstimmig. Während er in diesem Stellenfund als Sohn des westgotischen Königs Egica bezeichnet wird, wird er in anderen Quellen als Bischof von Tuy beschrieben, vgl. José Miguel Alonso-Núñez, Art. Oppa, in: Lexikon des Mittelalters 6, Sp. 1415 [Brepolis Medieval Encyclopedias - Lexikon des Mittelalters Online, 2018-01-30]; für eine Besprechung der Quellen, in denen er vorkommt, vgl. auch Dietrich Claude, Untersuchungen zum Untergang des westgotischen Reiches (711-725), in: Historisches Jahrbuch 108 (1988), S. 329-358, S. 341f.
Vgl. Chronica Muzarabica 0024.

Weitere Quellenstellen

ZitationInhaltsangabeInhaltsangabe zum BerichtDat.Datierung des Berichts
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Chronica Muzarabica 0018Nach dem Tode Muawiyas II. ibn Yazid teilt sich die Armee der Araber in zwei einander feindliche Truppen, die für fast ...683-685
Chronica Muzarabica 0019In der Ära 720 kommt Abdalmalik ibn Marwan an die Herrschaft und hält sie 20 Jahre lang. Er verfolgt den Rivalen seines ...685-705
Chronica Muzarabica 0020In der Ära 718 , als Abdallah ibn al-Zubairs und Marwan I. ibn al-Hakams Streit um die Herrschaft beginnt, wird Ervig ...680
Chronica Muzarabica 0021In der Ära 726 , im vierten Regierungsjahr Abdalmalik ibn Marwans, bewahrt der Kalif seine Herrschaftswürde.689
Chronica Muzarabica 0022In der Ära 736-738 herrscht Abdalmalik ibn Marwan sein 13.-15. Herrschaftsjahr.695-698
Chronica Muzarabica 0023In der Ära 745 tritt Kalif Walid I. die Herrschaft an, während in Spanien Witiza in seinem 15. Jahr regiert.705
Chronica Muzarabica 0024Kalif al-Walid ibn Abdalmalik tritt in der Ära 747 die Herrschaft an und bekämpft in den ersten vier Jahren seiner ...705-715
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Chronica Muzarabica 0026In der Ära 749 invadiert Musa ibn Nusair über die Straße von Gibraltar die iberische Halbinsel. Auf seinem Weg nach ...712
Chronica Muzarabica 0027Der Autor beklagt die Eroberung Spaniens durch die Sarazenen und vergleicht dieses Ereignis mit den Untergängen Troias, ...712
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Zitierhinweis

Chronica Muzarabica 0026, in: Repertorium Saracenorum, hg. von Matthias Becher und Katharina Gahbler, unter Mitarbeit von Ben Bigalke, Jonathan Blumtritt, Lukas Müller, Patrick Sahle et al., URL: https://saraceni.uni-koeln.de/wiki/Chronica_Muzarabica_0026 (zuletzt abgerufen am 25.05.2024).