Relatio de legatione Constantinopolitana 0008

Aus Repertorium Saracenorum
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Relatio de legatione Constantinopolitana 0008
aus dem Werk Relatio de legatione Constantinopolitana
Zitation Liudprand von Cremona, Legatio 44, ed. Becker 1915, S. 198f.
zeitliche (Quellen-)Angabe 968
datiert auf Juli 968
VerfasserIn Liudprand von Cremona
Abfassungsort Abfassungsort unbekannt


Inhaltsangabe

Bischof Liudprand von Cremona führt 968 als Grund für die Heerfahrt des byzantinischen Kaiser Nikephoros II. Phokas gegen Assyrer die Folgen einer Hungersnot an, unter welcher die Griechen litten.

Volltext

Est et aliud, quod nunc Nicephorum [​Nikephoros II.​] compulit copias in Assyrios ducere. Argorum enim omnem regionem instans tempus Deo iubente eo usque fames attrivit, ut neque tritici duo Papienses sextarii aureo comparentur, hocque, ubi ubertas quasi regnat. […] Igitur cum vili hoc commercio turpiter fames ubiubi desaeviret, octoginta milia mortalium obtentu militiae secum congregavit, quibus per continuum mensem, quod uno emerat aureo, duobus vendidit. Hae sunt, domine mi, res, quae Nicephorum copias in Assyrios nunc ducere compulerunt.

Übersetzung

Es gibt noch etwas, was den Nikephoros [​Nikephoros II.​] bewogen hat, jetzt gegen die Assyrer zu Felde zu ziehen. Das ganze griechische Reich hat nämlich in jetziger Zeit auf Gottes Geheiß unter einer solchen Hungersnot zu leiden gehabt, daß man für ein Goldstück nicht einmal zwei Paveser Maß Weizen erhält und das in einem Lande, wo sonst die Fruchtbarkeit gewissermaßen herrscht. […] Während nun infolge dieses wohlfeilen Handels überall der Hunger in abscheulicher Weise wütete, versammelte er unter dem Vorwand einer Heerfahrt achtzigtausend Menschen und verkaufte ihnen einen ganzen Monat hindurch um zwei Goldstücke, was er für eines gekauft hatte. Dieses, oh mein Herr, sind die Gründe, die den Nikephoros bewogen haben, jetzt sein Heer gegen die Assyrer zu führen.

Hinweise zur Übersetzung

Liudprands Gesandtschaft an den Kaiser Nikephoros Phokas in Konstantinopel 44, in: Quellen zur Geschichte der Sächsischen Kaiserzeit, bearb. von Albert Bauer – Reinhold Rau (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 8), Darmstadt 2002, S. 525-589, S. 563, 565.

Weitere Quellenstellen

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Zitierhinweis

Relatio de legatione Constantinopolitana 0008, in: Repertorium Saracenorum, hg. von Matthias Becher und Katharina Gahbler, unter Mitarbeit von Ben Bigalke, Jonathan Blumtritt, Lukas Müller, Patrick Sahle et al., URL: https://saraceni.uni-koeln.de/wiki/Relatio_de_legatione_Constantinopolitana_0008 (zuletzt abgerufen am 28.05.2024).